Friday, July 28, 2006

Wenn erst ein Gericht in einem jahrelangen Verfahren eine unlautere Verbraucher-Abzocke korrigieren muss,  weil die Profiteure sich vehement wehren und ihre Goldesel verteidigen, dann muss es sich um ein äußerst lukratives Geschäft handeln. Die Praxis der Mobilfunkanbieter, die nicht fristgerecht verbrauchten Handy Prepaid Guthaben einzubehalten und verfallen zu lassen, statt sie an die Kunden zurückzuerstatten, eröffnet sich wie ein stillschweigend funktionierendes Kartell, ein Markt-Segment quasi ohne Wettbewerb zu melken. Neben denen, die immer spontan und flexibel mit neuen Telefonnummern versorgt sein wollen, trifft es vor allem wieder die Kleinen, die sich keinen Vertrag leisten können (dürfen).

Ein Urteil des Oberlandesgerichts München, das Ende Juni gegen O2 erging und nach dem O2 seinen Kunden den Wert auf abgelaufenen Karten künftig erstatten muss, motiviert T-Mobile (als Erste?) zur Ankündigung, die Kundenabzocke einzustellen und seinen Kunden die Beträge nun freiwillig zurückzugeben. Das dauert natürlich noch was (Viele Gründe..??), aber T-Mobile erhofft sich durch sein (noch leeres) Vorpreschen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber z.B. Vodafone, die zur Zeit noch vor Gericht in Sachen Handy-Prepaid verhandeln.

Offen bleibt wohl, wie viel denn in den letzten Jahren (verbotener Weise) dabei verdient wurde und ob es einen Ausgleich geben wird, vielleicht für karitative und soziale Einrichtungen. Das wäre wenigstens eine legitime Marketing-Aktion und Ankündigung, die es sich zu verbreiten lohnt.

7/28/2006 2:55:47 PM (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)  #    Comments [0]Trackback