Thursday, September 21, 2006

Die Zeiten werden immer schlechter und die Methoden dreister, mit denen ahnungslose (Handy-)-Kunden zu einem teuren Anruf, bzw. Rückruf zu einer 0137 77 xxx Servicenummer verleitet werden.

Heute kann sich Jedermann, Firma wie Privatperson, online im Internet seine 0137 xx Servicenummer, wie sie von den privaten Sendern für TV-Gewinnspiele und Votings verwendet werden, mieten und seine eigene Umfrage, ein Gewinnspiel oder was auch immer damit starten. Und das wird offensichtlich immer einfacher und dreister. Die "Ping" Anrufe in Abwesenheit wurden ja früher schon mal behandelt ( >> 2006-08-27 )aber heutzutage reicht das nicht mehr.

Nicht wundern, wenn Sie wie gewöhnlich abnehmen, wenn es klingelt und einen ungewöhnlichen Anruf bekommen, der nach ein paar Sekunden unterbrochen, bzw. abgebrochen wird. Wie es im Job und schon mal bei Bekannten und Freunden höflich und üblich ist, ruft man meist umgehend zurück, nicht zuletzt um die Funktion und den Empfang seines eigenen Handys zu prüfen und die eigene Unerreichbarkeit im Empfangsloch auszuschließen.  Bisher war noch nie eine 0137xx Servicenummer dabei und so werden die Unwissenden, die die 0177 von e-plus nicht von der 0137 von 9-live unterscheiden können und die des Vertrauens seligen Leichtfertigen, die nicht schauen und keinen Anrufer scheuen, wenigstens ein mal erwartungsfroh enttäuscht zur Kasse gebeten. Der Rechtsweg für einen Euro ist mühsam, jeder Fall muss einzeln nachweisbar dokumentiert sein. Die Telcom-Riesen, bzw. deren Töchter teilen sich den Kuchen schön auf und züchten Serviceprovider (Zwischenhändler), die im Internet für Lösungen und Services rund um die 0137 0180 und Co werben und damit Jedermann  rund um seine neue Servicenummer versorgen. Und dabei wird mit "gigantischen Auszahlungen"  bei minimalem Aufwand gelockt, alles voll automatisch. Das wirft die Frage auf, warum denn all diese Provider die verfügbaren Kapazitäten nicht selber nutzen und sich die gigantischen Auszahlungen in die eigene Tasche stecken. Fehlt halt nur noch der offizielle "Abzocker", der kaum zu kriegen ist und das Risiko eingeht, mit einem Bein im Gefängnis zu stehen (wenn denn die Justiz nur einen schnellen Zugang hätte...). Der einzig wirksame Schutz ist die Sperrung von Sondernummern, die man beim jeweiligen Handy-Provider veranlassen muss. Also, nicht vergessen, dass sich auch bei der Prepaid-Karte die teuren Servicenummern sperren lassen.

9/21/2006 11:40:34 PM (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)  #    Comments [0]Trackback
 Sunday, August 27, 2006

Ob T-Mobile, Vodafone , E-plus und Co. Alle lieben die Handy-Abzocke mit Prepaid und 0137 Sondernummern für 9Live und Co, sitzen sie doch alle in einem Boot. 
Nur ein kleiner Schnitt im Geldbeutel des Handy-Kunden, eine große Schnitte für die Telekoms. Nicht, dass ich nicht auch schon ein mal aus Neugier eine dieser Gewinnspiel-Nummern gewählt hätte, die nachts über den Bildschirm flimmern und sich mit der Zeit in den Plasma Monitor einbrennen. Die Menschheit braucht interaktives Fernsehen, oder? Auch wenn es heute noch so sinnlos erscheint. Für die privaten TV-Sender gibt es offensichtlich kein lukrativeres Angebot, als ihre Sendezeit mit Sondernummern zu füllen und die schnelle Ausbreitung auf nahezu alle Kanäle deutet auf ein äußerst lukratives Geschäft hin. Dabei will keiner hinten an stehen und die Sch(m)erzgrenze zum Unerträglichen scheint noch lange nicht erreicht.
Doch was, wenn das Geschäft nicht so läuft und einer in dem Telekom-Boot auf die Idee kommt nachzuhelfen? Oder einfach nur jemand überschüssige Kapazitäten nutzt, Technologie und Telekommunikations-Infrastruktur, um damit das Vertrauen seiner Kunden zu missbrauchen. Wenn gerade kein Kunde Anruft, ruft man halt selbst mal an. Wenn Sie viel telefonieren, dann erwarten und verpassen sie viele Anrufe. Da fällt es kaum auf, wenn gerade wieder eine neue Nummer auf dem Display erscheint. Dabei klingelt das Mobiltelefon nur einmal, keine Chance ranzugehen. Auf dem Handydisplay verbleibt ein „Anruf in Abwesenheit“, einen so genannter "Ping"- oder Lockanruf von einer 01377.. Mehrwertdienste-Nummer, wie sie für TV-Gewinnspiele und Abstimmungen verwendet werden. Wieso bekomme ich einen Anruf von Next-ID GmbH, 9Live und Co, woher haben die diese Nummer? Die 0190er sind schnell erkannt, aber ob 01777.. oder 01377.. ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen und schnell zurückgerufen.

Auf wessen Konten landet dann das Geld von Sondernummer 0137-7893065? Bei der Bundesnetzagentur erfährt man etwas über den Betreiber "Next-ID Technologies GmbH": http://www.bundesnetzagentur.de/..MABEZ_belegte_RNB_18z.html

"Next ID GmbH" (ehem. Talkline ID, betreibt u.a. 01050.com) ist spezialisiert auf "Dienstleistungen" für 9Live und Co.  http://www.pressebox.de/pressemeldungen/next-id-gmbh/boxid-43527.html  und seit 2005 eine Tochter von Freenet: http://www.freenet-ag.de/deutsch/press../Q1/20060228/index.html
Zitat: <<"Getrieben durch die im Jahr 2005 getätigte Akquisition des Mehrwertedienste-Anbieters NEXT-ID GmbH (ehemals Talkline ID GmbH) erhöhte sich auch der Umsatz im Business-to-Business-Bereich um über 2.100 Prozent auf 117,3 Millionen Euro". >>

Betroffene können sich hier http://www.antispam.de/forum/ ,
oder hier 
http://forum.computerbetrug.de/ informieren und austauschen. Anzeige erstatten, sich bei der Regulierungsbehörde beschweren und vor allem der Berechnung widersprechen und seinem Handy-Provider Ärger machen sollen wirksame Mittel sein. Doch wie im wahren Leben ist das ein Spiel von Hase und Igel. Gegen die seit Monaten rollende Abzocke scheint wieder mal kein Recht gewachsen.

Solange es sich nicht weiter herumspricht, wird jeder mindestens einmal von Net- ID, 9-live und nicht zuletzt von den Telcoms abgezockt. Die könnten ihre Schäfchen vor solchen Anrufen, sobald sie bekannt sind, schützen! Das einzig wirksame ist die konsequente Sperrung teurer Sondernummern, was auf Anfrage von den Telefonanbietern umgesetzt wird.
 

8/27/2006 2:25:19 PM (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)  #    Comments [0]Trackback
 Friday, July 28, 2006

Wenn erst ein Gericht in einem jahrelangen Verfahren eine unlautere Verbraucher-Abzocke korrigieren muss,  weil die Profiteure sich vehement wehren und ihre Goldesel verteidigen, dann muss es sich um ein äußerst lukratives Geschäft handeln. Die Praxis der Mobilfunkanbieter, die nicht fristgerecht verbrauchten Handy Prepaid Guthaben einzubehalten und verfallen zu lassen, statt sie an die Kunden zurückzuerstatten, eröffnet sich wie ein stillschweigend funktionierendes Kartell, ein Markt-Segment quasi ohne Wettbewerb zu melken. Neben denen, die immer spontan und flexibel mit neuen Telefonnummern versorgt sein wollen, trifft es vor allem wieder die Kleinen, die sich keinen Vertrag leisten können (dürfen).

Ein Urteil des Oberlandesgerichts München, das Ende Juni gegen O2 erging und nach dem O2 seinen Kunden den Wert auf abgelaufenen Karten künftig erstatten muss, motiviert T-Mobile (als Erste?) zur Ankündigung, die Kundenabzocke einzustellen und seinen Kunden die Beträge nun freiwillig zurückzugeben. Das dauert natürlich noch was (Viele Gründe..??), aber T-Mobile erhofft sich durch sein (noch leeres) Vorpreschen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber z.B. Vodafone, die zur Zeit noch vor Gericht in Sachen Handy-Prepaid verhandeln.

Offen bleibt wohl, wie viel denn in den letzten Jahren (verbotener Weise) dabei verdient wurde und ob es einen Ausgleich geben wird, vielleicht für karitative und soziale Einrichtungen. Das wäre wenigstens eine legitime Marketing-Aktion und Ankündigung, die es sich zu verbreiten lohnt.

7/28/2006 2:55:47 PM (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)  #    Comments [0]Trackback